„An Laufwettkämpfen reizt mich das Überwinden der eigenen Grenzen!“ Interview mit Dennis, Azubi bei RUNNERS POINT am Ku'damm.


Er ist der Mann, der die Gewinner unserer Freistarts für den Berliner Halbmarathon über die Strecke bringen wird: Dennis Bauschke aus unserem RUNNERS POINT Store auf Ku’damm. Der vierundzwanzigjährige Runningaddict hat sich zu einer Ausbildung bei RUNNERS POINT entschieden, weil er hier seine Laufleidenschaft mit dem Beruf verbinden kann. Völlig richtig, haben wir uns gedacht, und ihn gleich als Laufbegleiter für die Run Club-Starter in Berlin eingespannt! Im Interview erfährst du mehr über Dennis‘ Laufkarriere und kannst dir ein paar Tipps für dein Halbmarathontraining abholen!

Run Club: „Dennis, wie bist du zum Laufen gekommen und was bedeutet Sport für dich?“

Dennis: „Sport war schon immer ein Teil meines Lebens. Angefangen hat mein Sportlerleben mit dem Radfahren. Früher war ich viel Mountainbiken, jetzt bin ich aufs Rennrad umgestiegen. Ich laufe seit ungefähr drei Jahren, musste allerdings immer mal wieder Verletzungspausen einlegen. Laufen ist für mich ein Ausgleich zum Job. Es macht mir den Kopf frei und ich kann Zeit draußen in der Natur verbringen. Mittlerweile laufe ich natürlich auch hauptsächlich, um besser und schneller zu werden - und über die Grenzen zu gehen. Ansonsten mache ich auch noch Fitnesstraining, um einseitige Belastungen zu vermeiden und die Muskulatur zu stärken.“

Run Club: „Apropos schneller werden: Was sind deine sportlichen Ziele für 2018?“

Dennis: „Also, am wichtigsten ist es mir natürlich, unverletzt zu bleiben. Mein sportliches Hauptziel 2018 ist, die Triathlon Sprintdistanz in einer guten Zeit zu absolvieren, das heißt für mich: in 1:07h. Außerdem will ich noch zwei bis drei andere Sprintdistanzen machen, darunter eine olympische, und ein paar Radrennen, also Zeitfahren. Für die nächsten Jahre habe ich auch noch einiges auf der Agenda: Eine Mitteldistanz und einen Ironman in unter 10 Stunden finishen, einen Marathon laufen, die 5 Kilometer in 18 Minuten und die 10 Kilometer in 38 Minuten schaffen. Ach ja, beim Halbmarathon möchte ich unter einer Zielzeit von 1:30 Stunde bleiben!“

Run Club: „Na, das kannst du vielleicht dann in Berlin schon erledigen! Du hast dich ja bereit erklärt für RUNNERS POINT mit den Gewinnern den Halbmarathon in Berlin zu laufen. Was reizt dich an einem Halbmarathon und überhaupt an Wettkämpfen?“

Dennis: „Beim Halbmarathon muss ich, im Vergleich zu 5 und 10 Kilometer-Wettkämpfen, genau einschätzen können, wie schnell ich die ersten Kilometer laufe, um nicht einzubrechen. Es erfordert viel mehr Planung, Disziplin und Vertrauen in einen selbst. Nichts ist schlimmer, als nach der Hälfte schon festzustellen, dass man immer langsamer wird und die Beine schon komplett übersäuert sind. Darum ist das Zielgefühl auch ein ganz anderes, als bei den kürzeren Distanzen.

An (Lauf-)Wettkämpfen reizt mich generell das Überwinden der eigenen Grenzen - und einfach weiter zu laufen, auch wenn der Kopf denkt: Bitte bleib stehen. Ich möchte mir einfach immer selbst beweisen, dass ich die Distanz oder die Zeit schaffe, dementsprechend groß ist natürlich auch die Enttäuschung, wenn es nicht klappt. Aber es ist wie im echten Leben: Aufstehen und weiterkämpfen. Die Wettkämpfe mit anderen Läufern genieße ich sehr, sei es durch das ständige Pushen und Motivieren oder das Austauschen von Gedanken über den Sport.

Run Club: „Wie bereitest du dich auf den Halbmarathon in Berlin vor?“

Dennis: „Leider war ich bis vor Kurzem immer wieder verletzt; entweder Muskelfaserrisse oder Shin Splints. Daher bin ich momentan noch eher in der Aufbauphase, weshalb ich den Halbmarathon nicht schnell laufen und ihn einfach nur genießen werde! Es ist ja auch mein erster Berlin Halbmarathon.

Einen festen Trainingsplan habe ich nicht. Ich analysiere jeden meiner Läufe durch meine GPS-Uhr und weiß dann genau, welches Training das nächste sein wird. Für Anfänger ist ein vorgegebener Trainingsplan natürlich sinnvoll. Ernährungstechnisch mache ich gerade nichts anders als sonst. Seit einigen Jahren bin ich Veganer und versuche, mich sehr ausgewogen und gesund, mit möglichst frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln, zu ernähren. Damit fühle ich mich am besten.“

Run Club: „Hast du Tipps und Tricks für den eigentlichen Lauf über die Halbdistanz?“

Dennis: „Mache niemals den Fehler zu schnell loszulaufen, das ist das schlimmste, was dir bei einem Halbmarathon passieren kann. Die erste Hälfte sollte etwas langsamer sein, als die zweite. Was du am Anfang an Sekunden gewinnst, verlierst du am Ende in Minuten. Ich bin bei meinem ersten Halbmarathon die erste Hälfte in einer 5er Pace angegangen. Danach bin ich total eingebrochen und musste die zweite Hälfte im Schnitt mit 5:15 ins Ziel quälen, die letzten Kilometer mit 5:30. Ich wollte jede Sekunde aufhören und es hat keinen Spaß gemacht. Es empfiehlt sich auch, ein bis zwei Energy-Gels als Reserve mitzunehmen und gegen Ende Cola oder Limo zu trinken. Das sollte man aber im Training mehrmals ausprobieren!“

Run Club: Wie gehst du bei Wettkämpfen insgesamt mit schwierigen Momenten um?

Dennis: „Ich denke bei fast jedem Wettkampf ans Aufgeben, das muss ich zugeben. Aber für mich würde ein wirkliches Aufgeben nie in Frage kommen. Ich sage mir immer: Du hast dich so darauf gefreut, du hast viel Geld bezahlt, deinen Freunden erzählt, dass du hier mitläufst und ja, vielleicht fühlen sich die Beine um zehn Kilo schwerer an, aber deswegen aufgeben? Niemals! Außerdem macht jeder der vor, neben oder hinter dir läuft das Gleiche mit. Mentaltraining hilft hier auch viel, sei es Meditieren oder auch, sich im Training schon zu fordern. Ich laufe gern 20 Bahnen im Kreis oder laufe die Intervalle schneller als geplant. Man gewöhnt sich an das, was der Kopf schon kennt.“

Run Club: „Und wie motivierst du dich zu so einem Training oder zum Training generell. Hast du keine Motivationstiefs?“

Dennis: „Das Gute ist, dass ich mich fast nie motivieren muss. Ich mache jeden Tag Sport, das ist für mich so selbstverständlich wie Essen und Schlafen. Der Trick ist eigentlich, keinen Gedanken daran zu verschwenden, ob man jetzt Lust hat oder nicht. Einfach machen! Denn oft ist es doch so: du läufst einfach los und nach ein paar Sekunden merkst du, wie gut es dir tut, dieses Gefühl einfach zu laufen und alles hinter dir zu lassen! Den Trick bei Alltagsaufgaben anzuwenden, fällt mir allerdings eher schwer.“

Run Club: Um dem inneren Schweinehund zu entkommen, ist Motivation das eine, aber welche Rolle spielt das richtige Equipment in diesem Zusammenhang?“

Dennis: „Auf jeden Fall sind passende Laufschuhe absolut motivationsfördernd! Wenn der Schuh drückt, macht das Laufen nicht wirklich Spaß. Um der eigenen Gesundheit nicht zu schaden, würde ich Schuhe nur aus einem Fachgeschäft mit Beratung kaufen, denn es gibt so viel zu beachten: der individuelle Laufstil, das Gewicht, Trainingsort und -terrain, bereits vorhandene Fußfehlstellungen und andere körperliche Probleme. Ich selbst nutze außerdem atmungsaktive Funktionstextilien. Damit kommt man frischer über den Track, weil sie den Schweiß nach außen leiten. Ein Laufrucksack mit Trinkblase für lange Läufe und zum Verstauen von Handy, Schlüssel finde ich auch ganz hilfreich.“

Run Club: „Und wenn du gerade nicht läufst, was trägst du dann? Hast du einen aktuellen Lieblingssneaker?“

Dennis: „Momentan ist es der Puma Ignite Flash Evoknit. Superleicht und eine schön flexible Sohle. Den merkt man kaum am Fuß und er ist echt bequem. Genau mein Fall!“

Run Club: „Danke, Dennis, dass du uns was über dich und dein Laufleben erzählt hast – und natürlich für die Trainingstipps. Dann bleibt uns vorerst nur, dir und deinen Mitläufern aus dem Run Club viel Spaß beim Berlin Halbmarathon zu wünschen. Wäre super, wenn du uns danach erzählst, wie es war!“

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