„Seid ihr bereeeiit?“ Vom Läufer Janik zum Laufmoderator Janik


„Es läuten die bekannten Glocken des Klassikers „Hells Bells“ von AC/DC und eine phänomenal präsente Stimme schreit uns an: „Seid ihr bereeeit?“. Jeder, wirklich jeder der Tausenden von Läufern um mich rum schreit so laut er kann „JAAA“. Ich schaue mich um und fast alle tragen jetzt neben Tight und Shirt auch noch eine uniforme Gänsehaut. Der Moderator hat es geschafft, uns vor dem Start so heiß auf den Lauf zu machen, dass wir schon vor der Startlinie pure Emotion in den Asphalt brennen.“ (Erinnerung Janik)

Das bedeuten Laufmoderatoren für mich

Ich laufe schon seit meiner Kindheit und das mit Leidenschaft. Allein beim Schreiben dieses Blogs kommen unzählige Lauf-Erinnerungen in meinen Kopf, ich habe ein Prickeln auf der Haut und auch die eine oder andere Träne muss ich verdrücken. Das auch vor allem, weil ich an diese „Seid ihr bereeeiiit“-Stimmen denke. Früher stand ich an der Startlinie und habe diesen Stimmen gelauscht, die es immer wieder geschafft haben, mich so zu motivieren, dass ich noch mal 10 % schneller laufen konnte. Auch so manche Angst vor einem Lauf haben sie mir genommen.

Welche Stimme ich meine? Es sind die Stimmen der Moderatoren, die meinen Puls damals in die Höhe schießen ließen. Die Lauf-Moderatoren waren für mich immer ein Highlight bei den Runningevents. Spätestens nach dem Köln Marathon 2016 war dieser Mythos Moderator in mir drin. AMIAZ (Anm. d. Red.: TV- und Event-Moderator, z.B. Höhle der Löwen) saß im Führungsfahrzeug und kam mir im Universitätstunnel entgegen. Was dort dann geschah kann man einfach nicht in Worte fassen. EINMALIG. Alle ließen sich von AMIAZ nach vorne peitschen. Stimmung pur!

Mein Moderatorenauftrag: Den Lauf für jeden Läufer einmalig zu machen!

Angefangen hat meine Moderatorenkarriere bei einem gewöhnlichen Spinning-Kurs. Irgendwie fand ich es cool, mit Musik und meiner Stimme die Leute zu packen und zu motivieren. Und da wusste ich, dass ich auch die andere Seite eines Laufevents leben und erleben wollte, eben die des Moderators. Es entwickelte sich eine große Leidenschaft, die mit kleinen Läufen beim Heimatverein anfing… und dann plötzlich irgendwann war da der größte Silvesterlauf Deutschlands, den ich moderieren durfte. Fünf Stunden lang Gänsehaut. Unzählige Jahre stand ich genau auf der anderen Seite. Da unten an der Startlinie. Mit Stars wie Sabrina Mockenhaupt oder Amanal Petros. Und jetzt? Jetzt durfte ich diese unfassbar coolen Profis interviewen und anmoderieren.

Die letzten fünf Minuten vor dem Start sind für mich immer noch unfassbar. Und die letzte Minute mit Hells Bells erweckt in mir einen ständigen Perspektivenwechsel vom Läufer zum Moderator. Denn ich habe schon so einige tausend Glockenschläge gehört und sehnsüchtig auf den Countdown gewartet. Den Countdown, den ich jetzt selbst anzählen darf. 3, 2, 1 PENG!

Faszination und Berufung pur!

Seit einiger Zeit turne ich nun schon als Moderator durch ganz Deutschland. Immer mit dem Auftrag an mich selbst: „Mach den Lauf für jeden Einzelnen unvergesslich!“ Und oftmals gelingt mir das. „Ich hatte Tränen in den Augen“ oder „Du bist der Wahnsinn“ kommt das Feedback von Teilnehmern via Social Media an mich zurück. Und genau dafür mache ich das alles. Ich liebe es mit den Läufern zu interagieren. Ihre Begeisterung ist mein Adrenalin und spornt mich an.

Natürlich lebt in mir selbst auch der Traum von noch größeren Events wie dem Köln Marathon oder, einmal zusammen mit Till Schenk (Anm. d. Red.: Presenter und Event Announcer, z.B.: Ausdauersportevents) einen Ironman zu moderieren. Um das zu erreichen, arbeite ich jeden Tag daran, meine Performance als Moderator weiter zu verbessern. Und mein Studium, mit dem Schwerpunkt Moderation hilft mir definitiv dabei. Ich bin mir sicher, nicht mehr lange und ich werde auch dir vor einem Lauf ordentlich einheizen. Wann, weiß ich nicht, du musst einfach weiter deine Laufschuhe schnüren und an vielen Läufen teilnehmen. Und dann sehen wir uns an der Startlinie und du wirst dieses Prickeln auf der Haut spüren.

Dein Janik

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