„Mein erstes Laufevent hat ein Feuer in mir entfacht!“ Von der Diät zur Laufleidenschaft!


Als die Waage ihr ein Gewicht von 96 Kilo bei einer Größe von 1, 66 Meter anzeigt, zieht Sandra, 29, für sich die Reißleine und fängt mit dem Laufen an. Was als Teil einer Diät beginnt, wird schnell zu einer Leidenschaft, von der sie nicht mehr lassen will und der Sandra mittlerweile auch einen eigenen Blog gewidmet hat. Wir konnten sie für einen Gastbeitrag gewinnen, in dem sie erzählt, wie sie sich motiviert, das Training in ihren Alltag integriert und was das Laufen für ihr Leben bedeutet.

von Sandra

Jeder Mensch hat Wünsche, mal sind es ganz kleine und mal sind es auch eher größere! Zwei große Wünsche von mir sind im Jahr 2012 in Erfüllung gegangen: ich habe geheiratet und einen gesunden Jungen zur Welt gebracht. Leider hatte ich während der Schwangerschaft über 30 Kilo zugenommen und es mir vermeintlich gut gehen lassen. Da ich in meiner Jugend magersüchtig war und währenddessen immer wieder extrem verzichtet habe, vor allem auf Süßigkeiten, holte ich dann leider Jahre später alles nach. So wog ich am Ende 116 Kilo!

Lauf-Initialzündung bei Chips und Co

Egal ob hungern oder wahllos die Kalorien in mich hineinstopfen, beides war nicht gesund und machte mich unglücklich. 2015 sind wir dann umgezogen und ich hatte es in der Zwischenzeit geschafft, durchs Schwimmen ein wenig abzunehmen. Aber immer wieder lockten die Versuchungen in Form von Süßem und Fettigem. So auch, als wir eines Abends mit Freunden bei Chips und Co zusammensaßen und irgendwie auf das Thema Laufen kamen. Ein Bekannter meinte, dass es sicherlich ganz okay für die Gelenke wäre, mal eine Runde durch den nahen Wald und die Felder zu drehen!

Drei Tage nach diesem Abend, am 28.07.2015, mit einem Gewicht von 96 Kilo auf 1,66 Meter Körpergröße verteilt, begann ich mit dem Laufen!

Weil ich es nicht besser wusste, lief ich gleich zwanzig Minuten durch und steigerte mich relativ schnell auf 5 Kilometer. Meine Motivation war größer denn je! Natürlich purzelten die Kilos rasant und ich meldete mich unüberlegt zu einem 10 Kilometer-Lauf im Oktober an. Viele belächelten die Idee und glaubten nicht an mich, aber ich habe es tatsächlich geschafft und bin nicht als Letzte durchs Ziel gelaufen!

 

Die Pfunde gehen, der eigene (Lauf-)Blog kommt

Mein erstes Laufevent hat ein Feuer in mir entfacht! Von da an war klar: ich möchte mehr Kilometer laufen - und mehr Kilos verlieren. Auch mein Mann lief jetzt fleißig seine 5 Kilometer-Runden. Natürlich stellte ich auch unsere Ernährung um - inklusive eines allsamstäglichen Cheatdays! So verlor ich über 22 Kilo und mein Mann ließ auch einige Pfunde. Für mich stand dann relativ schnell fest, dass ich einen Halbmarathon laufen möchte.

Allerdings hatte ich immer wieder Wehwehchen und konnte mir diesen Traum erst im vergangenen August erfüllen. Es war toll! Ich finishte den Halben in 02:14:30 und war überglücklich! Generell war 2017 ein tolles Jahr mit drei persönlichen Bestzeiten und vielen schönen Kilometern!

Um meine Motivation, Freude und auch mal mein Leid mit anderen zu teilen, beschloss ich meinen eigenen Blog zu schreiben. Auf mamirunning.com kann ich Lesern einen Einblick geben, was eine gelebte Leidenschaft in einem alles bewirken kann!

Ziele, Familiensupport & Träume!

Auf meiner To-do-Liste steht natürlich auch, mal einen Marathon zu bestreiten. Dafür lasse ich mir allerdings genügend Zeit, um mich ausreichend physisch und psychisch darauf vorzubereiten, denn ich kann und will eine solche Distanz nicht aus dem Ärmel schütteln! Aber vielleicht, wenn es dieses Jahr gut läuft, wage ich mich 2019 an dieses Projekt! Bis dahin drehe ich wundervolle Runden mit meiner Girls-Laufcrew in Berlin und genieße es. Ich werde glücklicherweise zu 100 % von meiner Familie unterstützt und auch die freut sich, dass ich jetzt gesund lebe und mich so bewegen kann, wie ich möchte. O.K., ab und zu kriegt mein Mann auch schon mal eine kleine Krise wegen der ganzen Laufsachen und dem sonstigen Equipment.

Oft verbinde ich das Nützliche mit dem Praktischen, sprich, ich bringe laufend Junior zu Kita, der dann neben mir mit dem Fahrrad fährt! Und nachdem ich ihn abgeliefert habe, laufe ich einfach noch weiter! Mittlerweile habe ich aber auch gelernt, auf meinen Körper zu hören, und ihm Ruhe und Entspannung zu gönnen, wenn er mir das signalisiert. Dann schalte ich meinen Sturkopf in Sachen Training einfach mal ab. Aktuell trainiere ich auch meine Grundlagenausdauer und genieße es, langsamer zu laufen als sonst. Ist aber auch schön, denn dabei kann ich meine Gedanken schweifen lassen und davon träumen, wie ich mal über die Ziellinie des Berlin Marathons laufe!

Vielleicht sehen wir uns ja mal auf der Strecke,

deine Sandra

« Zurück