„Mensch, das will ich auch mal machen!“ Run Clubberin Petras erster Triathlon


Petra ist schon immer gerne gelaufen und hat früher zahlreiche Marathons gefinisht. Aber irgendwann war das mit den Wettkämpfen vorbei und Laufen war für sie ein guter Ausgleich zu Job und Familie. Bis sie sich von ihrer Tochter Lara zu ihrem ersten Triathlon hat inspirieren lassen. Ihren Weg, von der Entscheidung bis zur Triathlon-Ziellinie, hat sie für dich aufgeschrieben.

von Petra Heyn

Laufen war schon immer meine Leidenschaft. Mein erster Marathon war 1996 in Hamburg und diesen bin ich damals, was mir heute erst so richtig bewusst ist, sehr gut gelaufen: 3:35:22 steht auf der Urkunde. Ich bin keinen meiner zahlreichen Marathons über vier Stunden gelaufen. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr und habe das Laufen nur noch als Ausgleichsport betrieben.

Meine Tochter Lara hat mich früher sehr oft mit dem Rad begleitet und Jahre später habe ich sie bei ihren Triathlon-Trainingseinheiten mit dem Fahrrad begleitet. Letztes Jahr hat sie an einem Triathlon in Hamburg teilgenommen und ich stand begeistert an der Strecke und dachte: „Mensch, das will ich auch mal machen!“ Gedacht, getan! Ich habe mich gleich für den Vierlanden Triathlon 2018 in Hamburg angemeldet. Das Anmelden war leicht! Was danach kam, war etwas anspruchsvoller.

Vorbereitung und Training

Gleich nach der Meldung habe ich dann so langsam mit dem Training angefangen. Das Laufen war soweit O.K.. Klar, die Leistungen, die ich zu meinen Marathonzeiten gebracht habe, sind Geschichte. Jetzt laufe ich so zwischen 5:40 und 6:20 Minuten pro Kilometer, je nach Tagesform. Meine Trainingsstrecken in der Vorbereitung lagen zwischen 5 und 12 Kilometern.

Außerdem habe ich mir ein schickes Rennrad gekauft. Allerdings muss ich sagen, dass Radfahren bis dato nicht so meine Lieblingsdisziplin war. Das Fahren mit den Klickern war wirklich eine Herausforderung. Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass das reine Übungssache ist.

Mein erstes Schwimmtraining endete bereits nach 25 Metern Kraul. Ich war völlig außer Atem und total frustriert. Daraufhin habe ich mich erkundigt, wo ich das Kraulen lernen kann. Nach einigen Schwimmstunden klappte es immer besser und es macht mir jetzt recht viel Spaß. Einen Neo habe ich mir natürlich auch gekauft. Allerdings musste ich mich doch sehr daran gewöhnen, darin zu schwimmen.

Der Tag X – wenn aus einem Triathlon eine Art Quadrathlon wird

Anfang Juni bin ich dann mit meiner Tochter beim Vierlanden Triathlon auf der Sprintdistanz gestartet. Das hieß für mich: 500 Meter schwimmen, 20 Kilometer Rad fahren, 5 Kilometer laufen.

Aufgestanden bin ich recht früh, was keine Kunst war, denn geschlafen habe ich sowieso nicht so gut. Mein Triathlon-Equipment hatte ich bereits abends zurechtgelegt und in eine Box gepackt. Wir haben nur noch schnell die Räder ins Auto gepackt und schon ging es los. Ich war sehr nervös und hatte großen Respekt vor dem Event, auch wenn es nur die Sprintdistanz war. Mir ging so vieles durch den Kopf: „Schaffst du das oder hast du dir zu viel vorgenommen?“ „Hoffentlich blamierst du dich nicht.“ „Hoffentlich bekommst du keinen Krampf beim Schwimmen.“…

Mit meiner Tochter zusammen, die auch gestartet ist, habe ich dann alle meine Sachen in die Wechselzone gebracht und so vorbereitet, wie ich es in diversen Fachzeitschriften gelesen habe. Wichtigster Tipp: „Präge die den Platz deines Fahrrads ein!“

Danach ging es dann in den Startbereich. Ich reihte mich mit Absicht recht weit hinten ein, um später im Wasser nicht in so einen Pulk zu kommen. Mein Herz klopfte heftig, als wir alle zusammen die letzten zehn Sekunden vor dem Startschuss runtergezählt haben. Drei, zwei, eins und… ab ging es ins Wasser.

Schon nach den ersten Schwimmzügen hatte sich meine Aufregung gelegt. Allerdings musste ich schnell feststellen, dass es doch nicht so klug gewesen war, so weit hinten zu starten, da ich einige einholte und dann doch irgendwie mittendrin war. Die ersten Meter bin ich Brust geschwommen und dann auf Kraul umgestiegen. Dann zwischendurch mal wieder Brust, um die Orientierung zu behalten. Das Schwimmtraining hatte sich auf jeden Fall gelohnt, denn ich kam gut vorwärts. Es war ein super Gefühl, nicht als Letzte aus dem Wasser zu steigen.

Die ersten Meter an Land waren etwas wackelig. Und schnell merkte ich, dass ein Triathlon aus vier Disziplinen besteht, denn die Wechselzone stellt auch eine Herausforderung dar. Es dauerte schon ein Weilchen, bis ich den Neo aus hatte. Klar, für die 500 Meter hätte ich auch ohne schwimmen können, doch ich wollte ja testen, wie es mit Neo ist. Mein Fahrrad fand ich dafür aber ziemlich schnell, davor hatte ich ein bisschen Panik gehabt. Dann noch den Helm aufsetzten, Startnummer und Schuhe anlegen… und los.

Das Radfahren hatte ich am wenigsten trainiert. Aber was soll ich sagen: es lief echt gut und machte mir wirklich Spaß. Kurz vor der Wende kam mir meine Tochter Lara entgegen und wir feuerten uns gegenseitig an. Das war so schön. Auch in der zweiten Hälfte der Radstrecke war alles gut, ich hatte keine Schmerzen oder sonstige Probleme.

Die zweite Wechselzone klappte viel besser: Laufschuhe an, Kappe auf, kurz was trinken und schon ging es wieder auf die Strecke. „Fünf Kilometer, das geht doch“, dachte ich mir. Aber ich merkte dann doch, dass einige Körner schon fehlten. Die Beine waren schwer und ich musste zwischendurch auch mal gehen. Gut, dass ich auch hier wieder meine Tochter Lara traf und wir uns anfeuern konnten!

Und dann war da endlich die Ziellinie! Die Zeit am Ende war mir eigentlich egal, ich wollte nur unter zwei Stunden bleiben - und das habe ich auch geschafft. Was mir unterwegs besonders aufgefallen ist: ich war echt bei mir und bin mein Ding gelaufen. Eine wirklich schöne Erfahrung!

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